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Stadt für alle

Festival für
Stadtentwicklung
von Unten.

14. Mai → 03. Juni 2018
in Nürnberg.

Programm

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Stadt für alle Symposium: Vortragsreihe

Samstag, 02. Juni 10.00 - 17:30 | Z-Bau Galerie, Frankenstraße 200, 90429 Nürnberg

Die Vortragsreihe zeigt uns an deutschlandweiten Beispielen wie bürgerliche Eigeninitiative und gemeinschaftliches Engagement im städtischen Raum zu unvergleichlichen Projekten führt. Außerdem beleuchtet eine Stimme aus Ungarn, welche unabdingbare Relevanz eine unabhängige bürgerliche Partizipation in einer nachhaltigen Stadtgestaltung hat.

10:15 Uhr
Honorary Hotel und HAL Atelierhaus (Leipzig) Ariane Jedlitschka

Ariane Jedlitschka ist freie Künstlerin und bewegt sich in den Feldern Open Education und Open-Source-Technologien in Kombination mit Medienkunst. Sie ist Mitbegründerin und Vorstand des Vereins Helden wieder Willen e.V. der seit 2006 in Leipzig tätig ist und interdiziplinäre Kunst- und Kulturprojekte, auch auf internationaler Ebene entwickelt. Aktuell wirkt sie entscheidend an der Umgestaltung von zwei ehemaligen Gründerzeithäusern im Leipziger Osten mit, um ein internationales Begegnungszentrum für Kommunikation, Medienkunst und Bildung zu entwickeln, um u.a. den Dialog zwischen internationalen Künstlern und Menschen im Stadtteil zu fördern. Seit 2014 bietet der 520 m² große Gebäudekomplex, das HAL Atelierhaus, Wohnraum, Ateliers für Kreative, eine offene Werkstatt, einen Hofgarten und Raum zum gemeinsamen Gestalten (eine sog. „Immoviele“). Heute gibt sie uns Einblicke in in den Entstehungsprozess, das gemeinschaftliche Engagement und das soziale Miteinander rund um das Hybrid Art Lab und das geplante Honorary Hotel in der Hildegardstraße 49/51.

→ Website des Honorary Hotel
→ Website des FabLab Leipzig
→ Honorary Hotel auf Tandem Europe

11.15 Uhr
Dr. Saskia Hebert (Braunschweig/Berlin) UN/COMMON GROUND

Dr. Saskia Hebert betreibt gemeinsam mit Matthias Lohmann das Büro subsolar* architektur & stadtforschung in Berlin. Sie promovierte 2012 zum Phänomen des „gelebten Raumes“ und arbeitet seit Jahren in verschiedenen universitären, interdisziplinären und partizipativen Formaten an der Schnittstelle von Forschung, Lehre und Praxis der Stadtentwicklung. Derzeit vertritt sie eine Professur im Studiengang Transformation Design an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Als Mitherausgeberin des renommierten „FUTURZWEI Zukunftsalmanach 2017/2018 – Geschichten vom Guten Umgang mit der Welt – Schwerpunkt Stadt“ wird Saskia Hebert Auszüge der "50 Geschichten des Gelingens" aus dem Sammelband vorstellen, die neue Chancen für faire, humane und freie Stadtgesellschaften aufzeigen.

→ Website von Subsolar
→ Website des Transformazine

12.15 Uhr
Yalla Yalla - studio for change (Mannheim) Wulf Kramer

Wulf Kramer studierte Architektur an der Uni Stuttgart, der AbK Stuttgart und der TU Delft sowie Soziale Innovation (M.A.) an der Uni Krems. In seiner Arbeit spiegelt sich seine Begeisterung für Zwischennutzungen, die Produktion von Stadt und neue Formen der Stadtentwicklung wider. 2014 gründete er gemeinsam mit Robin Lang Yalla Yalla! - studio for change in Mannheim und arbeitet dort mit Zwischennutzungs- und Pop-Up-Projekten an der Schnittstelle zwischen Architektur, Stadtentwicklung und sozialer Innovation. Von 2014 bis 2017 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nachhaltigkeit, Baukonstruktion und Entwerfen an der Universität Stuttgart.

Yalla Yalla! - studio for change hat sich der Gestaltung von Räumen in unterschiedlichsten Maßstäben verschrieben. Die Zusammenführung verschiedener Akteursgruppen und der interdisziplinäre Austausch mit Fach- und Alltagsexperten spielt in ihrer Arbeit eine zentrale Rolle. Dabei umfasst ihr Gestaltungsbegriff neben räumlichen auch soziale und gesellschaftliche Aspekte, die sie mit in ihre Projekte einfließen lassen. Die Arbeitsgebiete spannen von temporären Interventionen und Bauten, gemeinschaftlichen Formen der Raumaneignung bis zur Gestaltung von Prozessen. Kontextbezogenes Wissen, ein innovativer Ansatz und Kreativität bilden dabei die Grundlage für ihre Projekte. Vor diesem Hintergrund entwickeln sie u.a. Aktivierungs- und Nutzungskonzepte für urbane Rest- und Brachflächen, beraten Vereine und Initiativen sowie Verwaltungen bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und Prozesse.

→ Website von Yalla Yalla

14.15 Uhr
Studio Vertikaler Freiraum (München/Berlin) Isabel Zintl

Isabel Zintl studierte nach ihrer Ausbildung zur Floristin, Architektur sowie Landschaftsarchitektur und Stadtplanung. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Green Technologies in Landscape Architecture an der TU München. Isabel Zintl wirkte an verschiedenen universitären Einrichtungen mit, u.a. als Lehrbeauftragte für Landschaftsarchitektur an der ABK Stuttgart (Klasse für öffentliche Räume und Bauten/Städtebau) und am Städtebau-Institut (Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen) der Universität Stuttgart. 2014 hat sie das Studio Vertikale Freiräume gegründet. Gemeinsam mit Simon Wahlers hat sie Anfang Mai das Buch „Freiraum vertikal denken - neue Perspektiven durch Vertikale Freiräume“ im Rahmen einer Ausstellung an der Akademie der Künste Berlin veröffentlicht.

Wie sehen unsere Freiräume in Zukunft aus? Wie möchten wir in Zukunft zusammenleben? Die Suche nach einem neuen Umgang mit Freiräumen in der Stadt liegt im Fokus des interdisziplinären Diskursraumes Studio Vertikale Freiräume. Freiräume sind herausgehobene Orte sozialer Interaktion, der Sehnsucht nach Gemeinschaft und der Nähe zur Natur: In ihrer räumlichen Offenheit können Freiräume der Bürgerschaft Möglichkeiten bieten, Formen des Zusammenlebens neu auszuhandeln und zu gestalten - und sind somit für ein gelingendes städtisches Leben unabdingbar. Für die Konzeption und Gestaltung dieser Lebensräume ist ein ganzheitlicher Ansatz ohne Unterscheidung zwischen Freiräumlichem und Gebautem essentiell. Hierbei fungiert der Entwurf - parallel zu Forschung und theoretischer Reflexion - als analytisches und musisches Instrumentarium. Bauliche Umsetzungen als permanente oder temporäre Experimentierräume bieten ergänzend die Möglichkeit, diese Fragestellungen auch konkret im Stadtraum zu formulieren.

→ Website von Vertikaler Freiraum

15.15 Uhr
LOCOP (Budapest/Lodz) (englisch) Szilvia Nagy Deepening Participation: Towards a Sustainable European Capitals of Culture (ECOC)

Szilvia Nagy is a cultural researcher and curator from Budapest, Hungary. She holds an MA in Cultural and Visual Anthropology and currently studies Political Sciences at CEU, Budapest. She is also a PhD Candidate in Film, Media and Contemporary Culture Studies PhD Program, Department of Philosophy at the Eötvös Loránd University, Budapest. She is a founder of the independent initiative and research lab LOCOP. Local Operators’ Platform (LOCOP) is specialized in cultural research. Their aim is to critically assess cultural policies and supra-regional funding strategies such as the European Capitals of Culture (ECoC) programme according to their real-life effects for local cultural operators and sustainability.

Albeit the European Capitals of Culture (ECOC) programme has been discussed and treated in many official studies from different angles, most of these studies overlook questions of participatory governance, especially in terms of the cities’ long-term cultural and social development and sustainability. Therefore this presentation aims to address the question: how can we plan a culturally sustainable European Capital of Culture programme. When we talk about cultural sustainability in the framework of ECoCs, we should examine the capabilities and possibilities of the local scene. What is the key for cultural sustainability? How can participation support a long-term cultural strategy? What is the role of collaborative planning and evaluation in cultural sustainability? In this presentation on cultural sustainability we aim to re-visit these questions and we will take a look on the European Capitals of Culture programme from a wider perspective.

→ Website von LOCOP

16.15 Uhr
Quellkollektiv (Nürnberg) Von der Quelle-Utopie zum heizhaus – Potentiale und Grenzen urbaner Transformation Marga Leuthe, Stephanie Walter und Maria Trunk

Die vierjährige Zwischennutzung des zweitgrößten Leerstandes Deutschlands, des ehemaligen Quelle-Versandhauses, hat die Denk- und Arbeitsweisen vieler junger NürnbergerInnen nachhaltig beeinflusst. „Die Quelle“ war ein Ort der Möglichkeiten für über 200 Menschen und wurde von der Fachwelt als ikonischer Teil einer bundesweiten Bewegung wahrgenommen.

Brachliegende Industrieareale werden heute in vielen Städten nicht nur zwischen genutzt, sondern auch mit niedrigschwelligen Umbaumaßnahmen so hergerichtet, dass sie Kreative und Kulturschaffende auch langfristig bezahlbar nutzen und beleben können. Der Bedarf und die Notwendigkeit solcher Orte werden mittlerweile auf allen Ebenen erkannt. Kommunen richten unabhängige Koordinationsstellen ein, um zu vermitteln und Leerstände in neue Nutzungen zu überführen, Kulturaktivisten werden zu professionellen Betreibern und Managern dieser Orte – Doch alle Beteiligten stoßen dabei ständig an Grenzen. Oft passt keine Schublade, keine Fördermöglichkeit kommt in Frage, und niemand fühlt sich befugt, einzelne Parameter so zu verändern, dass ein solches Projekt langfristig sicher ist. Vor diesem Hintergrund entsteht in Nürnberg im ehemaligen Feuerwehrgebäude des Quelle-Versandhauses nun ein solches Projekt, das heizhaus. Es befindet sich im Laborzustand: Seine Macher, 40 Mitglieder des Vereins Quellkollektiv, stemmen das Projekt kollektiv selbstverwaltet, verhandeln mit Vertretern des Großinvestors des Quellegebäudes und versuchen gemeinsam mit der Administrative Wege zu finden, sehen sich täglich vor neue und zuvor oft unabsehbare Aufgaben gestellt - doch sie bleiben dran.

In diesem Vortrag schildert Marga Leuthe, eine Gestalterinnen der Quelle-Zwischennutzung und des heizhauses, ihre persönliche Wahrnehmung der Potentiale und Grenzen ihrer eigenen Aktivitäten als Kulturschaffende. Maria Trunk, Journalistin im Bereich Stadtentwicklung, erweitert ihre Perspektiven um die Entwicklungen über das Schicksal der Quelle und Nürnberg hinaus.

→ Website des Quellkolletiv e.V.
→ Website des heizhauses.
@stadtfueralle